Moderne und innovative Technologien und Methoden
Die Europ?ischen B?rgerkonferenzen st?tzen sich auf die Ergebnisse einer umfassenden Studie, die von der belgischen K?nig Baudouin Stiftung in Auftrag gegeben und von IFOK verfasst wurde. Darin wurden darin bestehende europ?ische Dialogformate untersucht. Die Studie beinhaltet Vorschl?ge, wie ein europ?ischer Dialog- und Beteiligungsprozess unter Einsatz innovativer Technologien und Methoden umgesetzt werden kann.

Dialogformate im Vergleich
Klassische Formate -> Elemente der Europ?ischen B?rgerkonferenzen
- Begrenzte Reichweite, selbstgew?hlte Teilnehmer -> Gro?e Reichweite, zuf?llig ausgew?hlte Teilnehmer
- Wenig l?nder-?bergreifender Austausch -> Systematisches Ineinandergreifen und Integration der nationalen Debatten
- Teilnehmer sind ?berwiegend Zuh?rer und Empf?nger von Informationen -> Teilnehmer stehen im Mittelpunkt des Dialogs
- Wenig oder kein Follow-up -> Verantwortliches und transparentes Follow-up sowie aktive Einbindung der Ergebnisse in die Politik
In ihrer Konzeption lie?en sich die Europ?ischen B?rgerkonferenzen von zwei der erfolgreichsten pan-europ?ischen Formate inspirieren: dem Eurovision Song Contest und dessen Abstimmungsverfahren nach Pr?ferenzen sowie der Fu?ball Champions? League, von welcher die Idee simultan stattfindender, in Gruppen unterteilter Veranstaltungen ?bernommen wurde.

Dialoge auf nationaler Ebene als Herzst?ck
Herzst?ck der Europ?ischen B?rgerkonferenzen sind Dialoge auf nationaler Ebene, die miteinander verbunden werden. Sie sind n?her am B?rger, den nationalen Entscheidungstr?gern und den nationalen Medien.
Deshalb wurden die 27 Nationale B?rgerkonferenzen in den Mitgliedstaaten der EU vom jeweiligen nationalen Partnern organisiert. Lediglich die Auftakt- und Abschlussveranstaltungen wurden in Br?ssel veranstaltet, um den europ?ischen Rahmen zu bilden. An den vier Wochenenden, an denen die 27 Nationalen Konferenzen stattfanden, trafen sich stets gruppenweise und zeitgleich in mehreren L?ndern B?rgerinnen und B?rger zur Diskussion. Die Ergebnisse wurden untereinander ausgetauscht.

Jede Stimme kann sich einbringen
Die Europ?ischen B?rgerkonferenzen kombinieren verschiedene Moderationsmethoden, die von praxiserfahrenen Experten aus aller Welt entwickelt wurden. Ziel dieser Methoden ist es, dass jede Stimme eingebracht werden kann und Geh?r findet. Da die professionelle Moderation der Veranstaltungen eine Schl?sselrolle spielt, wurden alle nationalen Partner in Trainingsworkshops geschult. Somit wurde sichergestellt, dass alle B?rgerinnen und B?rger einen wesentlichen Beitrag zu den Ergebnissen leisten konnten.
Alle Veranstaltungen sch?pfen aus langj?hriger Erfahrung mit B?rgerforen und B?rgerkonferenzen, die hundertfach in allen Teilen Europas durchgef?hrt und analysiert wurden. Solche Zusammenk?nfte haben Tradition in den Politikwissenschaften, der Technikfolgenabsch?tzung, dem Risikomanagement, der Anthropologie und Psychologie. Die Kombination etablierter und neuer Methoden und Technologien bringt die angewandten Beteiligungsverfahren auf den neuesten Stand.


World Caf? Methode
W?hrend der Auftaktveranstaltung kam eine Methode zum Einsatz, die der sogenannten ?World Caf? Methode? entlehnt ist. Sie erm?glicht, die Diskussion innerhalb einer gro?en Gruppe zu fokussieren: Vertreter kleiner Tischgruppen werden an einem zentralen Tisch zusammengebracht. Ein kleines Redaktionsteam arbeitet hinter den Kulissen daran, die an den Tischen entwickelten Ideen zu dokumentieren und zusammenzubringen. ?ber 50 Dolmetscher stellten sicher, dass die B?rger trotz unterschiedlichster Sprachen miteinander kommunizieren konnten. Unter Einsatz von Simultan- und Konsekutivdolmetschen wurden alle offiziellen Sprachen der EU abgedeckt.
Dieses Konzept wird auch bei den so genannten ?21st Century Town Hall Meetings?? verwendet. ?berdies konnten sich Teilnehmer der Auftaktveranstaltung, auf dem ?Markplatz? ?ber aktuelle Themen zu informieren. Dieser ?Marktplatz? ?hnelt in seiner Konzeption den sogenannten ?Open Space? Konferenzen.

Innovativer Technologieeinsatz
Auch dem Technologieeinsatz kommt eine wichtige Rolle zu, wenn es darum geht, den Umfang und die Reichweite der Dialogveranstaltungen zu vergr??ern. Auf den gr??eren Veranstaltungen kommen Hunderte von Teilnehmern zusammen. Sie arbeiten in kleinen, moderierten Tischgruppen und dokumentieren ihre Diskussionsergebnisse ?ber vernetzte Laptops. Der Informationsfluss von den einzelnen Tischen wird sorgf?ltig redigiert und dem Plenum pr?sentiert. Die B?rger stimmen dann ?ber die Zwischenergebnisse mit Hilfe elektronischer Ger?te ab.
Der Dialog kann somit unter Einbeziehung aller Stimmen und in transparenter Weise voranschreiten. Dar?ber hinaus erm?glicht diese Technik den B?rgern, Gemeinsamkeiten zu identifizieren als Basis f?r ihre Diskussion. Kleinere Veranstaltungen kommen ohne technische Voraussetzungen dieser Art aus. Im Zentrum steht, die Diskussionsergebnisse aus den kleinen Gruppen immer wieder ins Plenum zur?ckzuspiegeln.

Ein europ?ischer Dialog
Die Nationalen B?rgerkonferenzen erweitern den Dialog um einen weiteren Aspekt - den l?nder?bergreifenden Ideenaustausch. Die simultan stattfindenden Veranstaltungen inspirieren sich wechselseitig, indem Zwischenergebnisse und Fotos ausgetauscht werden. B?rgerinnen und B?rger f?hlen, dass sie Teil des europ?ischen Prozesses sind.
F?r zuk?nftige Dialoginitiativen ist vorstellbar, dass die Europ?ischen B?rgerkonferenzen ?ber Fernsehen, telefonische Beitr?ge und ferngesteuerte TED-Technologie wesentlich mehr B?rgerinnen und B?rger an den Diskussionen beteiligen werden.


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